Trotz langjähriger Forschungen im Bereich der Standortplanung und -konfiguration von globalen Produktions- und Distributionsnetzwerken, wurde in der Literatur eine Anzahl wichtiger Aspekte bisher nur unzureichend behandelt.
Ziel dieses Projekts ist die nachhaltige Integration und Modellierung von Standortentscheidungen im Rahmen des strategischen Supply Chain Managements. Die wesentlichen, zu behandelnden Punkte betreffen:
- die Untersuchung neuer und flexibler Zielfunktionen, welche die tatsächlichen Anforderungen strategischer Planungsprozesse besser abbilden;
- die Dynamisierung der Entscheidungsprozesse durch Berücksichtigung mehrerer Zeitperioden und Szenarien-abhängiger Modelle;
- die Entwicklung gerechter Kostenverteilungs- und Wettbewerbsmodelle für Supply Chain Planungsprozesse, basierend auf spieltheoretischen Ansätzen; und
- die Integration praxisrelevanter Anforderungen in die Modelle, wie z.B. Budgetrestriktionen, Outsourcing- und Lagerhaltungsansätze, sowie allgemeine, nicht notwendigerweise hierarchische Distributionsstrukturen.
Bei dem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projekt im Rahmen des Programms Acciones Integradas Hispano-Alemanas handelt es sich um einen projektbezogenen Austausch von Wissenschaftlern (Hochschullehrern und Doktoranden) zwischen Deutschland und Spanien, wobei die deutsche Seite durch die Universität des Saarlandes (Stefan Nickel) und die spanische Seite durch die Universität Sevilla (Justo Puerto) vertreten sind.
Bei den bis zum Jahr 2005 geplanten gegenseitigen Forschungsaufenthalten wird sich der Lehrstuhl für Operations Research und Logistik insbesondere folgenden Themen zuwenden:Stefan Nickel:
Erweiterung klassischer Supply Chain Modelle durch praxis-relevante Anforderungen
Analyse robuster Supply Chain Modelle; Berücksichtigung inelastischer Nachfragestrukturen
Jörg Kalcsics:
Entwicklung flexibler Zielfunktionen für Supply Chain Planungsprobleme
Entwicklung spezieller heuristischer Lösungsansätze für Supply Chain Modelle
Sebastian Velten:
Analyse von mehr-perioden Modellen unter Einbeziehung von Lagerhaltungs- und
gerechten KostenverteilungsaspektenUntersuchung von Lösungsansätzen für mehr-perioden Wettbewerbsmodelle
Aufgrund ständig neuer Reformen im Bereich des Gesundheitswesens, insbesondere der Neuregelung der Krankenhausfinanzierung durch das DRG-System, sind die Krankenhäuser einem steigendem Wettbewerbs- und Kostendruck ausgesetzt. Ein Werkzeug, um dem entgegen zu wirken, ist die Einführung Klinischer Pfade in den deutschen Krankenhäusern. Da jedoch die aktuellen Implementierungen Klini-scher Pfade dem Optimierungsanspruch nicht gerecht werden, sollen Schwachstel-len einzelner Pfade ausgearbeitet werden und der Aspekt der Logistik bzw. Optimierung miteingebunden werden.
Zur Gewährleistung einer hohen Termintreue innerhalb eines Klinischen Pfades ist eine zielgerichtete terminliche Koordinierung der einzelnen Prozesse im Kranken-haus dringend erforderlich. Hierbei sieht man sich mit dem Zielkonflikt zwischen ho-her Geräte- und Personalauslastung und niedrigen Patientenwartezeiten konfrontiert, welcher mittels eines multikriteriellen Scheduling-Problems gelöst werden soll.
Nadine Cwikla:
Analyse von Schwachstellen innerhalb Klinischer Pfade
Entwicklung eines Optimierungsansatzes zur Gewährleistung einer effizienten integrierten Versorgung im Klinischen Pfad
Ursula-Anna Schmidt:
Analyse aktueller Terminvergabesysteme
Ermittlung exemplarischer Untersuchungsdauern und Patiententypen
Multikriterielles Scheduling auf klinischen Großgeräten
In einem zweiten größeren von der EU-geförderten Projekt, an dem Wissenschaftler aus Europa und Südamerika (Deutschland, Spanien, Portugal, Chile, Kuba, Peru) beteiligt sind, beschäftigen wir uns mit dem Einsatz von Methoden des Operations Research zur Entscheidungsunterstützung bei multikriteriellen Problemstellungen in den Ingenieurwissenschaften, unter anderem in den Bereichen: Simulation von Produktions- und Logistikprozessen, Prozesssteuerung, Schaltplandesign sowie System- und Kontrolltheorie.
Projekt-Homepage: www.sisting.net
Der stetig steigende Konkurrenzdruck im Transportwesen erfordert effizient strukturierte Distributionsnetze. Vor diesem Hintergrund gewinnt die langfristige Gestaltung eines Distributionssystems zunehmend an Bedeutung und Komplexität.
Wesentliche Aspekte sind in diesem Zusammenhang die Bestimmung neuer Standorte und die Festlegung der Transportverbindungen zur Warenverteilung während eines bestimmten Zeitraums.
Herkömmliche Planungsinstrumente erfordern eine klassische Datengrundlage, die aus historischen Sendungs- und Absatzdaten eines Unternehmens gewonnen wird.
Der Geo- und Demographiebezug, den viele dieser Daten besitzen, wird kaum in der Fachliteratur beachtet.Bei dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützten Projekt werden von der Universität des Saarlandes, Lehrstuhl für Operations Research und Logistik, in Zusammenarbeit mit der Universität Dortmund, Lehrstuhl für Verkehrssysteme und –logistik, die folgenden Forschungsziele verfolgt:
- Erweiterung der Planungsdatenbasis um Geo- und Demographiedaten, zur Schaffung einer breiteren Datenbasis, auf die auch dann zurückgegriffen werden kann, wenn keine ausreichenden Unternehmensdaten zur Verfügung stehen.
- Erstellung eines Prognosemodells zur Vorhersage der zukünftigen Entwicklung der Daten über den gesamten Planungshorizont.
- Aufbau eines dynamischen Modells, das die Entwicklung des Distributionssystems vom Ist-Zustand bis hin zur Zielsituation beschreibt.
- Entwicklung exakter und heuristischer Optimierungsverfahren zur Planung eines optimalen Weges, über den, vom aktuellen Zustand ausgehend, das gewünschte Ziel erreicht werden kann.
Dabei wird sich der Lehrstuhl für Operations Research und Logistik vor allem den folgenden Themen stellen:
Hans-Peter Ziegler:
- Entwicklung und Anpassung geeigneter Prognosemodelle für Geodaten
- Entwicklung exakter und heuristischer Optimierungsmethoden